Gut zuhören und Fragen stellen

Worum geht es? Gut miteinander reden heißt auch zuhören und Fragen stellen. Eine Aufgabe von IV's ist es, zu erfahren, wie es ihren Kolleginnen und Kollegen geht. Oftmals sagen die Menschen nichts, weil es schwer ist darüber zu reden, was sie brauchen. Sie können in diesem Seminar lernen, gut zuzuhören und Fragen zu stellen, um Antworten zu bekommen.

Was lernen Sie? Sie lernen Ihre Kolleginnen und Kollegen dabei zu unterstützen, das zu sagen, was sie sagen wollen. Sie lernen genau hinzuhören. Sie lernen gezielte Fragen zu stellen, um Antworten zu bekommen. Gegenseitiges Zuhören wird geübt. Sich Zeit nehmen für ein gutes Gespräch ist wichtig.

Termine: Mittwoch, 16.11.2016 und Mittwoch, 30.11.2016

Zeit: 9:30 - 14:30

Ort: EMC der SLI OÖ, Betlhehemstraße 3, 2. Stock, 4020 Linz

Anmeldung: bei SLI OÖ - bis spätestens 02.11.2016

Leitung: Maga Barbara Aigner-Reitbauer

Die Kunst zu reden - Einsteigen und auffrischen. Seminar für Menschen mit Beeinträchtigung

Worum geht es? Interessen-Vertreterinnen und Interessen-Vertreter reden mit verschiedenen Menschen über Ihre Interessen. Zum Beispiel mit Ihren Kolleginnen und Kollegen oder mit dem Chef. Das ist manchmal schwer. Sie können es in dieser Weiterbildung lernen, wie es leichter wird.

Was lernen Sie? Wie rede ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen über ihre Interesssen? Wie rede ich mit dem Chef darüber? Wie kann ich mich auf ein Gespräch vorbereiten? Die Körpersprache ist wichtig. Sie lernen, wie Sie ruhig und stark werden. Sie lernen das durch Reden und gegenseitiges Zuhören. im dritten Teil bekommen Sie noch mehr Tipps und Tricks, damit das miteinander Reden leichter wird. Es gibt auch noch mehr Zeit, um sich mit Kolleginnen und Kollegen auszustauschen.

Termine: Donnerstag, 31.03.2015; Donnerstag, 14.04.2016; Vertiefungstag am Montag, 25.04.2016

Zeit: 9:30 - 14:30

Ort: SLI OÖ - Verein Selbstbestimmt-Leben-Initiative OÖ, Betlhehemstraße 3, 4020 Linz

Anmeldung: bei SLI OÖ - bis spätestens 17.03.2016

Leitung: Maga Barbara Aigner-Reitbauer

Artikel über meine Erfahrungen in der Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen

Als ich vor einiger Zeit für Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen angefragt wurde, war daran für mich nichts Besonderes. Ich war neugierig, welche Erfahrungen, welche Literatur es hierzu bereits gab. Doch so viel ich auch suchte – ich fand keinerlei Informationen. Da begann ich mich zu fragen,

ob Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigung denn etwas Besonderes sei?

Es gab für mich zwei Erklärungen dafür, warum ich keinerlei Veröffentlichungen zu diesem Thema gefunden habe:

  • Eine Ursache dafür kann meiner Meinung nach daran liegen, dass Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen wie jede andere Supervision auch gesehen wird und daher keine extra Erwähnung findet.

  • Es kann aber auch bedeuten, dass es etwas Seltenes ist.

Ich machte mich daran, meine eigenen Erfahrungen zu machen und fragte mich, ob denn neben der Besonderheit dass darüber nicht geschrieben wird, es auch in der Durchführung der Supervision Besonderheiten gab.

Meine Ausgangshypothese war jedoch die, dass Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen nicht besonders ist, da man sich sowieso auf jeden einzelnen Supervisanden einstellen muß. In Ermangelung von anderen Erfahrungswerten konnte ich in den letzten Jahren ganz unbeeinflußt meine eigenen Erfahrungen mit Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen machen. Nachdem ich mich theoretisch, praktisch und in der Selbstreflexion viel damit beschäftigt habe, hat sich meine ursprüngliche Hypothese für mich bestätigt:

Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen ist Supervision wie jede andere Supervision auch.

Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen kann zwar sehr wohl wie jede andere Supervision auch Besonderheiten aufweisen, die es zu beachten gilt, aber der Zugang ist derselbe, da ich mich als Supervisorin ohnehin auf jeden einzelnen Supervisanden und auf unterschiedlichste Situationen einstelle. Dieses Besondere ist interindividuell unterschiedlich und ergibt sich nicht daraus, dass einem Menschen das „Etikett Mensch mit Beeinträchtigung„ angeheftet wurde. Egal, welches „Etikett“ ein Supervisand trägt, versuche ich durch meine Haltung ein förderliches Klima zu erzeugen und zum Befähiger zu werden, damit ein weiter Reflexionsraum entsteht, in dem der Supervisand Zugang zu sich selbst findet und dadurch selbstbestimmte Selbsthilfe möglich wird.

Auf meine Ausgangsfrage habe ich nun zwei Antworten:

  • In der Durchführung ist Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen wie jede andere Supervision auch.

  • Das Besondere liegt daran, dass darüber nicht geschrieben wird und es meiner Meinung nach etwas Seltenes ist.

Vielleicht gibt es KollegInnen die zwar mit Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten und aus dem Grund nicht darüber schreiben, weil für sie das keine Sonderform darstellt. Auch ich sehe Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen wie jede andere Supervision auch, finde es aber wichtig darüber zu reden/zu schreiben.

In Zeiten in denen Normalisierung, Integration und Inklusion groß geschrieben werden, kommt es mir fast komisch vor zu erwähnen, dass Formen der Hilfe zur Selbsthilfe wie zum Beispiel die Supervision auch Menschen mit Beeinträchtigungen offen stehen und offenstehen sollen.

Ich behaupte, dass selbst vor dem Hintergrund oftmals langer Fremdbestimmung ein Entwicklungsverlauf hin zu mehr Selbstbestimmung in Form von Hilfe zur Selbsthilfe möglich ist. Dies sehe ich auch als Zeichen des Strebens nach Entwicklung in jedem Menschen. Das heißt, dass jeder Mensch danach trachtet, sein eigenes Potential zur Entfaltung zu bringen. In jedem von uns stecken so viele Fähigkeiten, die im Rahmen von Supervision, Coaching, Persönlicher Zukunftsplanung oder anderen ressourcenorientierten Formaten hervorgeholt werden können. Darum ist es mir ein großes Anliegen, entsprechende Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen zu setzten, damit Selbstbestimmung gelernt und gelebt werden kann.

Es sollte ganz selbstverständlich sein, dass Menschen mit Beeinträchtigungen die Möglichkeiten von Supervision, Coaching oder anderen Angeboten für Hilfe zur Selbsthilfe nutzen, was es jedoch meiner Meinung nach nicht ist. Meine positiven Erfahrungen veranlassen mich dazu, darüber nicht zu schweigen, und auf eine Möglichkeit hinzuweisen, die eigentlich jedem Menschen offenstehen sollte. Mit dem Reden und Schreiben über Supervision mit Menschen mit Beeinträchtigungen verbinde ich die Hoffnung, dass sich die Frage nach dem Besonderen einmal nicht mehr stellen wird, weil es im Sinne der Inklusion eine Selbstverständlichkeit geworden ist.